Schlechter Schufa-Score durch häufige Kreditanfragen? Das steckt hinter dem Mythos!

Versuch macht klug, Vergleich macht reich: Wer plant, einen Kredit aufzunehmen, ist gut beraten, so viele Anbieter wie möglich zu vergleichen. Denn Zinssätze können erheblich variieren, abhängig von verschiedenen Faktoren, die nicht immer leicht zu durchschauen sind: Ihre persönliche Bonität, der Zinssatz der Bank, der geplanten Verwendungszweck und die Art des Abschlusses, online oder klassisch in der Filiale. Online-Kreditvergleiche erfreuen sich besonderer Beliebtheit und das mit guten Gründen: Sie gewähren schnell einen ausführlichen Überblick über die aktuell angebotenen Kredite inklusive aller Konditionen, auch der Kreditnebenkosten. Viele Kreditvergleichsportale haben mit einigen Banken zudem Sonderkonditionen ausgehandelt, sodass Sie bei Online-Abschluss besonders günstige Zinsen erhalten.

Die Anfrage macht den Unterschied

Nun schrecken viele potenzielle Kreditnehmer jedoch noch immer vor einem ausführlichen Kreditvergleich zurück und nehmen das erstbeste Angebot ihrer Hausbank an – was sie oftmals viel Geld kostet. Der Grund für die Zurückhaltung: Sie befürchten, Ihr Schufa-Score sinkt durch die Abfrage. Das stimmt jedoch nicht unbedingt. Es gilt nämlich, zwischen einer Konditionsanfrage und einer Kreditanfrage zu unterscheiden. Bei ersterer müssen Sie sich keine Sorgen um Ihre Schufa-Score machen. Im Falle einer echten Kreditanfrage kann die Abfrage nach den persönlichen Konditionen allerdings tatsächlich eine schlechtere Bonität auslösen und Sie zahlen im Zweifelsfall womöglich mehr Zinsen als nötig.

Konditions- und Kreditanfrage: die Unterschiede

Bei einer Konditionsanfrage, wie sie sie auch über Online-Vergleichsportale vornehmen, teilen lediglich die notwendigen Eckdaten für die Berechnung des Zinssatzes mit.Bei einer Kreditanfrage stellt die kreditgebende Bank eine Schufa-Anfrage, um Ihre Bonität zu erfahren. Die Daten werden in der Regel für 14 Tage zentral gespeichert – dies ist meist auch der Zeitraum, in dem das Kreditangebot Gültigkeit behält. Der Haken: in dieser Zeit kann jede Bank, bei der Sie eine weitere Anfrage stellen, sehen, dass bereits eine Kreditanfrage gestellt wurde. Der Hintergrund: Die Schufa und mit ziemlicher Sicherheit auch die Banken gehen davon aus, dass mehrfache Anfragen nach einem Kredit, ohne diesen tatsächlich abzuschließen, bedeutet, dass dieser abgelehnt wurde – und vermindert entsprechend Ihre tatsächliche Kreditwürdigkeit.

So lässt sich ein negativer Score verhindern

Achten Sie darauf, immer nur eine Konditionsanfrage zu stellen und keine Kreditanfrage – bei den Nutzung eines Online-Kreditvergleichs geschieht dieses automatisch. Früher war dies übrigens nicht möglich, es wurde immer nur eine klassische Kreditanfrage inklusive aller Datenerhebungen gestellt. Mit Einführung der Konditionsanfrage ist somit die wohl größte Hürde eines Kreditvergleichs gefallen – Konditionen lassen sich vergleichen, ohne dass man um die Bonität bangen muss, selbst wenn diese eigentlich sehr gut ist. Übrigens haben Sie die Möglichkeit, einmal jährlich Ihren Schufa-Score kostenlos abzufragen und bei fehlerhaften oder veralteten Einträgen die Löschung beantragen.

Kredit ohne Schufa – keine Lösung

Ist bei schlechter Bonität daher ein Kredit ohne Schufa-Abfrage die bessere Wahl? Die Antwort lautet: in der Regel nicht. Anbieter, die einen Kredit ohne Schufa bewerben, prüfen Ihre Bonität trotzdem. Der Unterschied zu anderen Anbietern: der Kredit wird in der Regel trotz schlechter Bonität gewährt, jedoch in aller Regel zu sehr ungünstigen Konditionen. Das kann ein extrem hoher Zinssatz sein, hohe Nebenkosten oder Pflichtversicherungen, die zusätzlich ins Geld gehen. Ein Kreditvergleich dürfte in den meisten Fällen auch bei schlechter Bonität bessere Konditionen bei seriösen Anbietern auflisten.

Das könnte dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.